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22. OVAG-Jugendliteraturpreis: Buchpräsentation der Gewinnerinnen und Gewinner

Die 24 Gewinnerinnen und Gewinner des 21. OVAG-Jugend-Literaturpreises konnten am Donnerstag, 20. Februar in einem feierlichen Festakt im Kursaal des Hotels Dolce in Bad Nauheim den Sammelband "Gesammelte Werke 2025" mit ihren Texten entgegennehmen. Gleichzeitig wurde auch die Lesetournee der jungen Autorinnen und Autoren eröffnet, die an verschiedenen Schulen in der Wetterau, des Kreises Gießen und des Vogelsbergkreises fortgesetzt wird.

Wie schon berichtet, wurden auch zwei Schülerinnen des Laubach-Kollegs, mit dem aktuellen OVAG-Literaturpreis ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch, liebe Laney Atkinson (Q 4) und liebe Hermine Gronemeyer (Q 4), noch einmal an dieser Stelle zu Eurem Erfolg als junge Schriftstellerinnen! Die Schülerinnen und Schüler der Qualifiktionsphase 2 und der Einführungsphase 2 dürfen sich darauf freuen, am Freitag, dem 20. März 2026, im dritten Block mit ihren Fachlehrerinnen und –lehrern an der von der OVAG ausgerichteten Veranstaltung im Atrium teilzunehmen, bei der – neben der Lesung von zwei weiteren Preisträgerinnen – Hermine Gronemeyer ihre Kurzgeschichte Helene-Fischer-Nächte vorstellen wird.

Musikalisch sehr ansprechend umrahmt wurde die Veranstaltung von der Sängerin Aline Jung-Poppe, die die Texte für ihre Songs selbst schreibt.

In seiner Ansprache begrüßte Andreas Matlé, Leiter der OVAG-Öffentlichkeitsarbeit, der den Vorstandsvorsitzenden der OVAG, Joachim Arnold, vertrat, die Anwesenden, vor allem die jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, und erinnerte an die Auswahl der aktuellen 24 Preisträgerinnen und Preisträger aus 180 Teilnehmenden durch die achtköpfige Jury. Im anschließenden Workshop in Bad Kissingen, bei dem die jungen Autoren Schriftsteller, Literaturagenten und Lektoren kennenlernen durften, seien die Texte, die nun im neuen Sammelband der „Gesammelten Werke“ vorlägen, lektoriert worden. Stellvertretend für alle Lektoren stellte Herr Matlé Denise Schweida von Verlag Droemer-Knaur vor, die im September 2025 bei der Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner die Laudatio gehalten hatte. Er übergab das Wort an Harald Martenstein, den wohl bekanntesten deutschen Kolumnisten, der als einziger Laudator in 22 Jahren zum zweiten Mal an den OVAG-Veranstaltungen zur Preisverleihung des OVAG-Jugendliteraturpreises teilnahm.

Der Journalist und Schriftsteller Harald Martenstein arbeitete viele Jahre für den Tagesspiegel in Berlin, das Zeit-Magazin und Geo. Herr Martenstein würdigte zunächst die Textproduktionen der jungen Autoren: Man spüre bei allen Texten den Menschen, der dahinterstecke. Dies sei ein wichtigstes Qualitätsmerkmal, das eine Geschichte brauche. Laut Harald Martenstein schreiben professionelle Autoren selten eine perfekte Geschichte. So etwas gebe es nicht. Wichtig sei vor allem das Lesen, bevor man mit dem Schreiben beginne. Es komme nicht darauf an, perfekt zu sein, sondern echt. Harald Martenstein verwies zunächst auf gängige „Gebrauchsanweisungen“ für junge Autoren, wie z. B. auf das Verzichten auf Metaphern, die jeder kenne, auf Wörter, zu deren Streichung geraten werde, und auf Fachwörter, die man selbst nicht verstehe, um dann den jungen Autoren Mut zu machen, mit jeder Regel zu brechen, auch wenn sie ihnen wichtig erscheine. Kraft müsse ein Text aus seinem Inhalt schöpfen. Die Bösen dürften nie ganz böse sein, die Guten nie ganz gut. Über die eigenen Defizite sollte man schreiben, nicht über den Erfolg. Gefallen an den Textproduktionen der jungen Schriftstellerinnen und Schriftstellern habe ihm, dass sie keine Scheu vor den großen Themen wie Trauer und Tod hätten. Realität könne man nicht objektiv beschreiben, nur alles durch die „eigene Brille“ sehen. Jede Preisträgerin bzw. jeder Preisträger habe ein Talent, das sich auszubauen lohne. Zum Schluss dankte der Laudator der OVAG, die der Region in der wirtschaftlich schlechten Zeit etwas zurückgebe, indem sie weiterhin diese Veranstaltung fördere.

Dennis Schulz, der die drei Erstplatzierten interviewte, ist ausgebildeter Radio-Moderator und Wetterauer Eishockey-Journalist, der die Deutsche Eishockey-Liga als Kommentator für Magenta TV und Sport 1 durch die Saison begleitet.
Die 22-jährige Damenmaßschneiderin Cheyenne Kubala aus Gründau, die den zweiten Platz belegte, verdeutlichte, dass sie für eine gute Geschichte immer ein „Anfangsgefühl“ brauche und sie die besten Ideen immer kurz vor dem Schlafengehen habe. Ihr einfühlsamer Text „Wo Erwartungen wohnen“ handelt von den Erwartungen, die an junge Menschen herangetragen werden, und davon, wie schwer es ist, mit diesen umzugehen.
Marie-Luise Wäß aus Ortenberg belegte mit ihrem Antimärchen „Die Sterntaler“, das sich vor allem mit dem Thema „Krieg“ befasst, den dritten Platz. Die 24-Jährige hat eine Ausbildung zur Pflegefachkraft absolviert und reist aktuell durch Neuseeland und Australien. Für sie sei Schreiben als Hauptberuf schwierig. Sie wolle daher zunächst studieren.
Die 22-jährige Siegerin des OVAG-Jugendliteraturpreises 2025, Emilia Bauer aus Schrecksbach, ist Lehramt-Studentin. Sie benötige Pausen beim Schreiben, lösche aber wenig. Ihr Text „Wera, den Blick nach drüben“ ist eine sehr ausdrucksstark beschriebene Liebesgeschichte.

Schließlich erhielten alle jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller jeweils zwei Exemplare der „Gesammelten Werke“ und versammelten sich zu einem Gruppenfoto mit dem Laudator und Herrn Matlé.

Nach dem Festakt wurden alle Anwesenden dazu eingeladen, mit kulinarischen Köstlichkeiten den Abend ausklingen zu lassen.
Es war mir erneut eine große Freude, Laney Atkinson und Hermine Gronemeyer zu der Veranstaltung der OVAG zu begleiten sowie den Abend gemeinsam mit den beiden und ihren Familien zu verbringen.

Sabine Schüller, Kulturbeauftragte am Laubach-Kolleg